Geschichte der Wehr

Brandschutz damals

Unser Sülldorf wurde erstmals im Jahre 1256 als “Suldorpe” urkundlich erwähnt. Die Folgen von Feuersbrünsten waren in allen Dörfern gefürchtet. Die vielen brennbaren Futtermittel in den reetgedeckten Bauernhäusern und Katen konnten sich schnell entzünden. Bei ungünstigen Windverhältnissen wurden oft ganze Dörfer eingeäschert.

Bisher konnten keine Quellen in den Archiven gefunden werden, die ähnliche Ereignisse für Sülldorf belegen. Gleichwohl galten die königlichen Erlasse und die Feuerordnungen der Feuerkassen zum Schutz vor Feuersbrünsten auch in Sülldorf (das heutige Iserbrook ist erst später entstanden).

Um im Brandfall schnell Hilfe leisten zu können, waren grundsätzlich alle Männer verpflichtet mit den verschiedenen von den Hausbesitzern bereit zu haltenden Mitteln (Tucheimer, Leiter, Haken und Laterne) Hilfe zu leisten. Diese Hilfsmittel waren in den alten Höfen noch vor wenigen Jahrzehnten an ihrem vorgeschriebenen Platz zu finden.

Um im 2. Weltkrieg den aufgrund der Bombenangriffe auf Hamburg erforderlichen zusätzlichen Brandschutz sicher zu stellen, wurde 1943 auch in Sülldorf eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet und mit einer Einheitsspritze (Tragkraftspritze) ausgestattet.

Die Leitung der Pflichtfeuerwehr oblag Herrn H. Hartz. Der Wehr gehörten weiterhin folgende Sülldorfer an: G. von Appen, H. Eggerstedt, J. Ehlers, A. Lüdemann, O. Möhlmann, H. Thode
und F. Voß.

Die Pflichtfeuerwehr hatte nicht nur Aufgaben in Sülldorf zu erfüllen, sie wurde auch nach schweren Bombenangriffen in Altona zur Brandbekämpfung eingesetzt. Nach Kriegsende löste sich die Pflichtfeuerwehr 1945 selbst auf.

Gründung der FF 1969

Großbrände zerstörten 1967/68 mehrere landwirtschaftliche Gebäude in Sülldorf. Diese Vorfälle blieben bei den Junglandwirten nicht ohne Wirkung und der Wunsch nach einer eigenen Feuerwehr prägte die Gedanken einiger Männer.

So suchten einige Sülldorfer und Iserbrooker Bürger nach freiwilligen Mitgliedern und nahmen erste Kontakte zur Feuerwehr Hamburg auf. Insbesondere die Herren H. Plambeck, E. Larsen und J. Fischer setzten sich für die Gründung ein und konnten viele Sülldorfer und Iserbrooker Bürger für die gute Sache werben.

In der Gründungsversammlung am Freitag, dem 03. Januar 1969 wurde von sechzehn Bürgern beschlossen, in einem Schreiben an die Feuerwehr Hamburg die Einrichtung der Freiwilligen Feuerwehr Sülldorf-Iserbrook zu beantragen. Nach intensiver Prüfung der strategischen Notwendigkeiten durch die Feuerwehr Hamburg, wurde dem Präses der Behörde für Inneres (Herr Senator H.Ruhnau) vorgeschlagen, der Initiative der Bürger Sülldorfs und Iserbrooks zu entsprechen und einer Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sülldorf-Iserbrook zuzustimmen. Dies geschah gegen den Willen der anderen Freiwilligen Feuerwehren im Bereich Altona.

Mit Wirkung vom 09. Juni 1969 wurde die FF Sülldorf-Iserbrook gegründet. Am gleichen Tag wurden 24 Männer zu Feuerwehrmann-Anwärtern ernannt. Zwei weitere Mitglieder wurden auf eigenen Wunsch von der FF Blankenese in die neu gegründete Wehr versetzt. Nach Grundausbildung der jungen Männer mit Hilfe der Wehrführer der benachbarten Wehren und in der Landesfeuerwehrschule konnte die FF am 01.Januar 1970 mit ihrer technischen Ausrüstung in den Dienst gestellt werden.

Die Wehr im 21. Jahrhundert

Die Wehr zählt zur Zeit über 30 aktive Mitglieder, die jederzeit für den Dienst am Bürger aus ihrer Bereitschaft gerufen werden können. Dies wird durch stetige Aus- und Weiterbildung innerhalb der Wehr, sowie innerhalb der Feuerwehr Hamburg gewährleistet! Neben den aktiven zählt man außerdem um die 10 passiven Mitglieder! Sie bilden die Ehrenabteilung der Wehr; wobei jeder einmal eine lange Zeit den Dienst in der Feuerwehr Hamburg ausgeübt hat und dies aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr tun kann oder darf!

Die FF-Sülldorf-Iserbrook sichert mit dieser Mannschaftsstärke die tägliche Einsatzbereitschaft und ist eine der wenigen Wehren im Hamburger Westen, die über das ganze Jahr 24 Stunden pro Tag (!) ihre Meldeempfänger empfangsbereit hält, um in einer Notsituation Hilfe am Bürger leisten zu können! Um sich auf derartige Situationen vorzubereiten, treffen sich die Wehrangehörigen alle zwei Wochen zu einem Dienstabend, auf dem etwaige Einsatzformen durchgespielt und intensiv geübt werden!

Die durchschnittliche Einsatzzahl liegt bei ca. 60 Einsätzen im Jahr. Dazu zählen Feuer (Wohnungsbrände), sowie Kleinfeuer (z.B. Müllcontainer), technische Hilfeleistungen (wie z.B. Verkehrsunfälle oder Unwetter) und ab und zu die Tierrettung (wie: Katze im Baum)!

Eine weitere wichtige Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr ist die Jugendarbeit in unseren Stadtvierteln Sülldorf und Iserbrook geworden! In der Jugendfeuerwehr werden die Jugendlichen in die Arbeit eines Feuerwehrmannes eingweiht und für eine spätere Übernahme ab dem 17. Lebensjahr in den aktiven Feuerwehrdienst vorbereitet! Jeder Zusammenkunftsabend wird dabei von den Mitgliedern der FF geplant und vorbereitet.