An Bord der “Branddirektor Krüger”

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Blickt man in die Dienstpläne der FF Sülldorf-Iserbrook der letzten Jahre, scheint der traditionelle Dienstabend “Besichtigung” ganz offensichtlich aus der Reihe der Übungsabende zu fallen. Training für den Einsatzfall, dem Brandschutz oder der Technischen Hilfeleistung würde man erwarten.

Tatsächlich dienen die Besichtigungen nicht der Belustigung der Mannschaft, sondern haben immer einen feuerwehrtechnischen (Ausbildungs-)Hintergrund. Beispielsweise werden Objekte im Revier besichtigt, um besondere Gegebenheiten zu erfahren, die im Einsatz möglicherweise von Bedeutung sein könnten. Oder auch Besichtigungen im Stadtgebiet, um bspw. Arbeitsabläufe der “Bahnzentrale” zu erfahren, wenn es zu einem Personenschaden im Bahnbereich (auch in Sülldorf) kommt.

In diesem Jahr stand die Besichtigung des Löschbootes “Branddirektor Krüger” (bis 2007 in Harburg stationiert) an der Kehrwiederspitze auf dem Lehrplan. Zugegeben: ein gemeinsamer Einsatz ist da eher unwahrscheinlich, aber auch die Nähe zur stark frequentierten Elbe ist bei uns gegeben. In diesem Fall galt unser Interesse also eher der Ausbildung, der Faszination an diesem besonderen “Löschfahrzeug” mit seiner ganzen Technik.

Branddirektor Krüger im kurzen Überblick:
Theodor Krüger wurde am 3. Januar 1916 (im I. Weltkrieg, als es noch Feuerwehrpferde gab) zum Branddirektor ernannt, wurde somit nach Adolph Libert Westphalen zum “Chef der Feuerwehr Hamburg” und einige Jahrzehnte später, ungewollt zum Namensgeber des Löschbootes.
Im Jahr 1982 wurde das Löschboot in Hamburg-Bergedorf gebaut und im gleichen Jahr in Dienst gestellt. Der V8-Dieselmotor mit 750 PS beschleunigt das Boot auf 13 Knoten. Ein versenkbares Führerhaus ermöglicht auch bei Hochwasser die Unterquerung der Brücken. Die Feuerlöschpumpe schafft 12.000 l/min und dient im Brandeinsatz überwiegend der Löschwasserversorgung mit 12 B-Abgängen für die “Landkräfte”. Zusätzlich werden 10.000l Schaummittel bereit gehalten.

Ein wirklich spannender Besichtigungstermin für uns. Ein großer Dank geht an die beiden Kollegen der Feuer- und Rettungswache Innenstadt, die uns mit viel Motivation die maritime Seite der Feuerwehr Hamburg näher gebracht haben!


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